⚡ Phase 3 · Krisen & Veränderungen

Wenn das Leben
sich ändert —
rechtlich vorbereitet sein.

Trennung, Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht — das sind keine abstrakten Themen. Das ist dein Alltag, wenn eine Beziehung endet und ein Kind da ist. Wir erklären dir, was rechtlich gilt. Klar. Ohne Panik.

Vater und Kind – Sorglos Eltern

Du bist nicht der Erste, der das durchmacht.

Eine Trennung mit Kind ist emotional schwer. Rechtlich muss sie aber nicht kompliziert sein. Hier bekommst du das Wissen, das du brauchst, um handlungsfähig zu bleiben.

💔

Trennung mit Kind

Was passiert rechtlich, wenn ihr euch trennt? Was ändert sich sofort, was bleibt gleich?

👨‍👩‍👧

Gemeinsames Sorgerecht

Was bedeutet gemeinsames Sorgerecht im Alltag? Wer entscheidet was — und was tun bei Uneinigkeit?

💶

Kindesunterhalt

Wie viel Unterhalt steht deinem Kind zu? Wie wird er berechnet? Was tun, wenn nicht gezahlt wird?

🤝

Umgangsrecht

Wie oft sieht das Kind den anderen Elternteil? Was ist geregelt, was kann vereinbart werden?

📋

Erste Schritte

Was du jetzt tun solltest — bevor Fehler passieren, die später schwer zu korrigieren sind.

⚖️

Wenn ihr euch nicht einigt

Mediation, Jugendamt, Familiengericht — welcher Weg wann sinnvoll ist.

💔 Das Wichtigste zuerst

Trennung mit Kind — was sich ändert und was bleibt

Viele haben Angst vor dem rechtlichen Chaos. In der Realität ist vieles geregelt — und vieles bleibt, wie es ist.

„Ich weiß nicht, was jetzt rechtlich passiert. Bekomme ich das Sorgerecht? Wie läuft das mit dem Unterhalt?"

— Häufige erste Frage nach einer Trennung

Was sich durch die Trennung ändert

  • Das gemeinsame Sorgerecht bleibt — es erlischt nicht durch die Trennung
  • Das Kind lebt in der Regel beim betreuenden Elternteil (Residenzmodell)
  • Der andere Elternteil hat ein Recht auf regelmäßigen Umgang
  • Es entsteht ein Anspruch auf Kindesunterhalt gegen den nicht betreuenden Elternteil
  • Bei Eheleuten: Trennungsunterhalt und Scheidungsverfahren kommen dazu

Das Kind steht im Mittelpunkt

Das Gesetz stellt das Kindeswohl in den Vordergrund. Das bedeutet: Beiden Elternteilen steht Kontakt zu ihrem Kind zu — und das Kind hat ein Recht auf beide Eltern. Elternkonflikte sollten nicht auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden.

Was sofort zu klären ist

  • 1

    Wer bleibt in der gemeinsamen Wohnung?

    Besonders wenn Kinder da sind, hat der betreuende Elternteil oft das Recht, in der gemeinsamen Wohnung zu bleiben — zumindest vorübergehend.

  • 2

    Wo lebt das Kind?

    Klärt das möglichst einvernehmlich. Das Residenzmodell (Kind lebt hauptsächlich bei einem Elternteil) ist am häufigsten — aber auch das Wechselmodell (50/50) ist möglich.

  • 3

    Umgang vorläufig regeln

    Auch ohne formelle Vereinbarung: Trefft eine klare, verlässliche Umgangsregelung. Kinder brauchen Stabilität — besonders in der Trennungsphase.

  • 4

    Unterhalt klären

    Der nicht betreuende Elternteil zahlt Unterhalt — ab wann und wie viel hängt von Einkommen und Alter des Kindes ab. Klärung schützt beide Seiten.

👨‍👩‍👧 Elternverantwortung

Gemeinsames Sorgerecht — was das im Alltag bedeutet

Das Sorgerecht bleibt nach der Trennung in der Regel gemeinsam. Aber was heißt das konkret? Wer entscheidet was — und was passiert, wenn ihr euch nicht einigt?

Alltagsentscheidungen vs. wesentliche Entscheidungen

Alltagsentscheidungen

Der betreuende Elternteil kann Alltägliches alleine entscheiden: was das Kind isst, wann es ins Bett geht, wen es besucht. Dafür braucht es keine Zustimmung des anderen.

Wesentliche Entscheidungen — gemeinsam

Schule, Ausbildung, Arztwahl, Religion, Auslandsreisen, operative Eingriffe — das sind wesentliche Angelegenheiten, die beide Elternteile gemeinsam entscheiden müssen.

Was tun bei Uneinigkeit?

Einigt ihr euch nicht, kann das Familiengericht einem Elternteil die Alleinentscheidungsbefugnis für bestimmte Bereiche übertragen. Das ist kein Sorgerechtsstreit — sondern eine gezielte Lösung.

Wechselmodell: 50/50 für das Kind

Immer mehr Familien entscheiden sich für das Wechselmodell — das Kind lebt abwechselnd bei beiden Elternteilen, z. B. wochenweise. Das hat Vor- und Nachteile.

  • Beide Elternteile sind aktiv in den Alltag eingebunden
  • Das Kind hat gleichberechtigten Kontakt zu beiden
  • Setzt voraus, dass beide Eltern gut kommunizieren können
  • Wohnorte sollten nah beieinander liegen (Schule, Freunde)

Unterhalt beim Wechselmodell

Beim echten Wechselmodell trägt jeder Elternteil die Kosten für die Zeit beim Kind. Trotzdem kann es zu einem Unterhaltsausgleich kommen, wenn die Einkommen stark unterschiedlich sind.

Unsicher, was in eurem Fall sinnvoll ist?

Andreas berät euch — klar und ohne Lagerthinking.

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💶 Was deinem Kind zusteht

Kindesunterhalt — Berechnung, Pflicht und Durchsetzung

Unterhalt ist keine Strafe — er sichert das Kind ab. Hier erklären wir, wie er berechnet wird und was du tun kannst, wenn er nicht gezahlt wird.

Die Düsseldorfer Tabelle — was sie bedeutet

Der Kindesunterhalt richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die regelmäßig aktualisiert wird. Grundlage ist das bereinigte Nettoeinkommen des zahlungspflichtigen Elternteils und das Alter des Kindes.

Mindestunterhalt 2025 (Auszug)

0 bis 5 Jahre 480 €/Mo
6 bis 11 Jahre 551 €/Mo
12 bis 17 Jahre 645 €/Mo
Ab 18 Jahren 693 €/Mo

Beträge abzüglich hälftigem Kindergeld (127,50 €)

Bereinigtes Nettoeinkommen — was zählt?

Nicht das Bruttogehalt entscheidet, sondern das bereinigte Netto: Nettoeinkommen minus berufsbedingte Ausgaben (z. B. Fahrtkosten), minus laufende Kreditverpflichtungen. Das kann die Höhe des Unterhalts spürbar verändern.

Was tun, wenn Unterhalt nicht gezahlt wird?

  • 1

    Schriftlich einfordern

    Fordere den Unterhalt schriftlich ein und setze eine klare Frist. Das dokumentiert die Zahlungspflicht und ist Voraussetzung für weitere Schritte.

  • 2

    Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt beantragen

    Wenn der andere Elternteil nicht zahlt, springt der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss ein — bis das Kind 18 Jahre alt ist. Das Jugendamt holt sich das Geld vom Schuldner zurück.

  • 3

    Unterhaltstitel erwirken

    Mit einem gerichtlichen Unterhaltstitel kannst du die Zwangsvollstreckung einleiten — z. B. direkte Pfändung beim Arbeitgeber des Schuldners.

  • 4

    Anwalt einschalten

    Bei hartnäckiger Zahlungsverweigerung oder wenn der andere Elternteil sein Einkommen verschleiert, ist anwaltliche Unterstützung sinnvoll und effektiv.

Selbständige und Unterhalt — Achtung!

Bei Selbständigen ist das Einkommen oft schwerer festzustellen. Hier sind Steuerbescheide, Gewinn- und Verlustrechnungen entscheidend. Im Zweifel: anwaltliche Beratung, bevor ihr Vereinbarungen trefft.

🤝 Kontakt zum Kind

Umgangsrecht — das Recht auf Kontakt gilt für alle

Das Umgangsrecht schützt das Kind — und beide Elternteile. Es kann nicht einfach verweigert werden. Hier erklären wir, was gilt und was ihr vereinbaren könnt.

Das Umgangsrecht ist ein Recht des Kindes

Das Umgangsrecht gehört dem Kind — nicht dem Elternteil. Das Kind hat das Recht auf Kontakt zu beiden Elternteilen. Das kann nur in seltenen Ausnahmefällen eingeschränkt werden (z. B. bei Gefährdung des Kindeswohls).

Umgang kann nicht einfach verweigert werden

Der betreuende Elternteil darf den Umgang nicht ohne Grund verweigern. Tut er es trotzdem, kann das Familiengericht eine Umgangsregelung festsetzen und Zwangsmittel anordnen — auch gegen den Willen des betreuenden Elternteils.

Typische Umgangsregelung

Keine gesetzliche Vorgabe — aber häufig: jedes zweite Wochenende plus die Hälfte der Schulferien. Das ist aber nur ein Ausgangspunkt — individuelle Abweichungen sind ausdrücklich möglich und oft sinnvoller.

Umgang einvernehmlich regeln

Wenn ihr euch einigen könnt, habt ihr große Freiheit. Eine schriftliche Umgangsvereinbarung schützt beide — und gibt dem Kind Planungssicherheit.

  • Wochentage, Zeiten, Abholung und Rückgabe klar festhalten
  • Feiertage und Schulferien explizit regeln
  • Kommunikationsregeln zwischen den Eltern festhalten
  • Regelung für besondere Anlässe (Geburtstage, Einschulung)
  • Verfahren bei Änderungswünschen vereinbaren

💡 Andreas' Tipp

„Eine Umgangsvereinbarung, die ihr gemeinsam erarbeitet und notariell beurkunden lasst, ist besser als eine, die euch das Gericht aufzwingt. Investiert einmal Zeit und Kompromissbereitschaft — es zahlt sich aus."

— Andreas-Oliver Meyer, Rechtsanwalt

📋 Jetzt handeln

Erste Schritte bei einer Trennung mit Kind

Was du als erstes tun solltest — und welche Fehler viele machen, die sich später rächen.

  • 1

    Ruhe bewahren und das Kind schützen

    Kinder spüren Konflikte. Streitet nicht vor dem Kind, sprecht nicht schlecht übereinander. Das schadet dem Kind — und wird vor Gericht negativ bewertet.

  • 2

    Wichtige Unterlagen sichern

    Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Mietvertrag, Versicherungen — stelle Kopien sicher. Im Streitfall brauchst du Belege.

  • 3

    Jugendamt kontaktieren

    Das Jugendamt bietet kostenlose Beratung bei Trennung, Unterhalt und Sorgerecht. Es ist kein Feind — sondern eine neutrale Unterstützung für alle Beteiligten.

  • 4

    Rechtliche Beratung in Anspruch nehmen

    Frühzeitig einen Anwalt aufzusuchen bedeutet nicht, den Krieg zu erklären. Es bedeutet, informiert zu handeln — bevor Fehler passieren, die schwer rückgängig zu machen sind.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

  • Das Kind als Boten oder Informanten benutzen
  • Den anderen Elternteil schlecht reden vor dem Kind
  • Unterhalt verweigern oder eigenmächtig kürzen
  • Den Umgang ohne triftigen Grund verweigern
  • Finanzielle Konten oder Vermögen verbergen
  • Wichtige Entscheidungen (Umzug, Schule) allein treffen
  • Vereinbarungen nur mündlich treffen — immer schriftlich!

Du stehst mitten in einer Trennung?

Andreas hilft dir, den Kopf frei zu behalten — und die richtigen nächsten Schritte zu gehen.

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Die Babybürokratie-Checkliste

Alle wichtigen Aufgaben — auch für Trennungssituationen — mit konkreten nächsten Schritten. Zum Ausdrucken oder digital abhaken.

  • Unterlagen, die du bei einer Trennung sichern solltest
  • Unterhaltsberechnung: worauf es ankommt
  • Sorgerecht & Umgang: was geregelt werden muss
  • Jugendamt, Mediation, Gericht: wann was sinnvoll ist
  • Checkliste für erste Schritte nach der Trennung

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❓ Häufige Fragen

Die Fragen, die alle stellen

Ehrliche Antworten auf die drängendsten Fragen bei Trennung mit Kind.

Nein. Das gemeinsame Sorgerecht bleibt bestehen, wenn ein Elternteil auszieht. Es erlischt nicht durch die Trennung oder den Auszug. Nur ein Gericht kann das Sorgerecht ändern — und das nur, wenn es dem Kindeswohl dient.

Ja — aber der Unterhalt wird an deine Leistungsfähigkeit angepasst. Das Gesetz kennt einen Selbstbehalt (2025: 1.450 € für Erwerbstätige), den du für dich behalten dürfst. Was darüber liegt, kann für Unterhalt herangezogen werden.

Wichtig: Auch wenn du aktuell nichts zahlen kannst, muss das dokumentiert sein. Einfach nicht zahlen und schweigen ist keine Option — das erzeugt Rückstände.

Bei gemeinsamem Sorgerecht brauchst du für einen Umzug, der den Umgang des anderen Elternteils erheblich einschränkt, dessen Zustimmung oder eine gerichtliche Genehmigung. Ein einseitiger Umzug — besonders ins Ausland — kann als Kindesentziehung gewertet werden.

Informiere immer den anderen Elternteil rechtzeitig und suche eine gemeinsame Lösung. Bei Uneinigkeit entscheidet das Familiengericht.

Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren, bei dem ein neutraler Vermittler euch hilft, Einigungen zu finden. Es ist schneller, günstiger und weniger belastend als ein Gerichtsverfahren — und für das Kind schonender.

  • Funktioniert, wenn beide Seiten kooperieren wollen
  • Ergebnisse können notariell beurkundet werden
  • Kostet je nach Anbieter 100–200 € pro Stunde
  • Keine Lösung bei Gewalt oder stark ungleichen Machtverhältnissen

Beantrage beim Jugendamt den Unterhaltsvorschuss — der Staat zahlt für dich und holt sich das Geld vom Schuldner zurück. Darüber hinaus kannst du einen Unterhaltstitel erwirken und darüber Zwangsvollstreckung einleiten (z. B. Gehaltspfändung).

Lass dich rechtlich beraten — das ist effizienter als alleine zu kämpfen.

Krisen sind überwindbar —
mit dem richtigen Wissen an deiner Seite.

Bei konkreten Fragen zu Sorgerecht, Unterhalt oder Umgang hilft Andreas persönlich weiter.

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